Wie du deine Ziele wirklich erreichst – Schritt für Schritt
- Jannik Bärmann
- 23. Aug. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Aug. 2025
Hast du dir schon einmal vorgenommen, mehr Sport zu machen, dich gesünder zu ernähren oder ein neues Hobby zu starten – und warst am Anfang voller Energie, nur um nach ein paar Wochen festzustellen, dass die Motivation wie von selbst verschwunden ist? Damit bist du nicht allein.
In meinem letzten Artikel habe ich darüber geschrieben, warum wir Veränderungen oft vermeiden. Heute möchte ich dir ein paar alltagstaugliche Tipps geben, wie du es schaffst dranzubleiben und deine Ziele wirklich zu erreichen.
Es kann frustrierend sein, wenn man sich immer wieder neue Vorsätze setzt, diese aber nach kurzer Zeit wieder fallenlässt. Mit der Zeit nagt das am Selbstvertrauen – und schnell kommen Gedanken wie: „Warum schaffe ich es einfach nicht?“ Genau deshalb ist es so wichtig, realistische Ziele zu wählen und diese Schritt für Schritt konsequent zu verfolgen.
Der wichtigste Tipp beginnt schon, bevor du überhaupt anfängst, dein Ziel zu verfolgen: Frag dich ehrlich – warum will ich dieses Ziel erreichen? Warum will ich mehr Sport machen, mich gesünder ernähren, mehr lesen oder etwas Neues lernen?
Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend dafür, ob du langfristig dranbleibst oder irgendwann aufgibst. Denn dieser Moment wird kommen – der Punkt, an dem die Anstrengung größer wirkt als deine Motivation. Wenn du dann keine klare Antwort auf dein „Warum“ hast, ist die Gefahr groß, dass du aufhörst.
Genauso kritisch wird es, wenn dein Ziel darauf basiert, andere beeindrucken zu wollen. Denn wenn du es nicht für dich selbst tust, sondern für jemand anderes, fehlt dir in schwierigen Phasen der innere Antrieb.
Wenn du diese Frage für dich beantwortet hast, halte deine Antwort unbedingt schriftlich fest. Leg sie an einen Ort, an dem du sie immer wieder siehst – so erinnerst du dich in schwierigen Phasen daran, warum du angefangen hast.
Ziele klar definieren
Am Anfang kann dein Ziel wie ein riesiger Berg wirken. Doch jeder Berg wird nicht in einem Sprung erklommen – sondern Schritt für Schritt. Dein erster Schritt: Definiere dein Ziel so klar wie möglich.
Oft scheitern Ziele daran, dass sie weder genau genug definiert, noch zeitlich gegliedert sind. Erstelle dir einen konkreten Plan, was dein Ziel ist, bis wann du es erreichen möchtest und vor allem, wie du es erreichen willst. Und auch hier: Schreibe es auf!
Beispiel 1 – Abnehmen
Mein Ziel:
Ich möchte bis zum 31. Dezember diesen Jahres 6 Kilogramm abnehmen, damit ich wieder in meine Lieblingshose passe und mich in meinem Körper wohler fühle.
Mein Plan:
Montags, mittwochs und freitags gehe ich nach der Arbeit für jeweils eine Stunde ins Fitnessstudio.
Anstelle von Cola und anderen Softdrinks trinke ich ausschließlich Wasser.
Meine Erfolgskontrolle:
Ich wiege mich montags, donnerstags und sonntags morgens nach dem Aufstehen.
Mein Ziel ist, in den nächsten drei Monaten jeweils 2 Kilogramm zu verlieren.
Beispiel 2 – Bachelorarbeit
Mein Ziel: Ich möchte meine Bachelorarbeit innerhalb der nächsten sechs Monate fertigstellen, damit ich mein Studium erfolgreich abschließe und mich rechtzeitig für den Master bewerben kann.
Mein Plan:
In den nächsten zwei Wochen recherchiere ich die passende Literatur und erstelle eine grobe Gliederung.
Jeden Montag- und Donnerstagvormittag arbeite ich zwei Stunden ausschließlich an meiner Arbeit, ohne Handy oder andere Ablenkungen.
Am Ende jeder Woche fasse ich meine Fortschritte schriftlich zusammen.
Meine Erfolgskontrolle:
Ende des zweiten Monats: Einleitung und Theorieteil fertig.
Ende des vierten Monats: Datenerhebung und -auswertung abgeschlossen.
Letzter Monat: Diskussionsteil schreiben und Endkorrektur.
Schritt für Schritt umsetzen
Jetzt, wo dein Ziel klar formuliert und zeitlich geplant ist, geht es darum, es in den Alltag zu integrieren. Mach es dir so einfach wie möglich und fang mit dem kleinsten Schritt an.
Wenn du abnehmen möchtest, musst du nicht deine komplette Ernährung und deinen Lebensstil von heute auf morgen umkrempeln. Starte mit einem gesünderen Tag pro Woche oder einem wöchentlichen Gang ins Fitnessstudio – und steigere dich langsam. Je kleiner und einfacher die Änderung, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dranbleibst.
Ein Buch, das ich dir zu diesem Thema sehr empfehlen kann, ist „Die 1%-Methode“ von James Clear. Es zeigt anhand vieler Alltagsbeispiele, wie kleine Schritte langfristig große Veränderungen bewirken können.
Eine Methode daraus ist das sogenannte „Habit-Stacking“: Verknüpfe eine neue Gewohnheit mit einer, die du bereits fest verankert hast. Ich habe mir zum Beispiel vorgenommen, mich häufiger zu dehnen – und seitdem mache ich jeden Abend nach dem Zähneputzen noch 15 Minuten Yoga.
Verbindlichkeit schaffen
Ein weiterer Schlüssel zum Dranbleiben ist Verbindlichkeit. Wenn ich mit Klientinnen oder Klienten an ihren Zielen arbeite, schauen wir zu Beginn jeder Sitzung, welche Fortschritte es seit dem letzten Mal gab. Das motiviert – und sorgt dafür, dass Ziele nicht in Vergessenheit geraten.
Dafür brauchst du nicht zwingend einen Coach. Du kannst dein Ziel auch einer Freundin oder einem Freund erzählen und sie bitten, dich ab und zu nach dem Stand zu fragen. Allein das Wissen, dass jemand anderes von deinem Vorhaben weiß, macht es schwerer, einfach aufzugeben.
Mein Fazit:
Am Ende zählt nicht, wie groß dein Ziel ist – sondern dass du jeden Tag einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gehst. Fang heute an. Nicht nächste Woche, nicht „wenn es besser passt“. Heute. Selbst wenn es nur eine winzige Veränderung ist, bringt sie dich deinem Ziel näher.Du musst nicht perfekt starten. Du musst nur starten.


