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Alles nimmt irgendwann ein Ende - über den Umgang mit Krisen

  • Autorenbild: Jannik Bärmann
    Jannik Bärmann
  • 6. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

„Alles nimmt irgendwann ein Ende“


Dieser Satz hat in den letzten Jahren einen sehr wichtigen Platz in meinem Leben eingenommen. In Zeiten, in denen ich glücklich bin und es mir gut geht, erinnert er mich daran dankbar zu sein. Denn irgendwann gehen auch diese Zeiten zu Ende.

Und in schwierigen Zeiten gibt er mir Kraft und Hoffnung, dass es auch wieder besser wird.


Genau diese beiden Seiten – die Freude und die schwierigen Zeiten – gehören untrennbar zum Leben. Und doch fällt es uns in dunklen Phasen oft schwer, daran zu glauben, dass auch diese irgendwann vergehen werden.


Jeder von uns hatte schon Phasen im Leben, die alles andere als einfach waren. In solchen Zeiten sieht die Welt für uns nur noch grau aus. Wir finden wenig Freude im Alltag und wir fühlen uns oftmals einsam. Gleichzeitig kann es aber auch sein, dass wir uns schuldig fühlen – gerade weil es uns nicht gut geht. Weil wir der Meinung sind, dass wir uns nicht schlecht fühlen dürfen, da es andere Menschen auf der Welt gibt, denen es objektiv gesehen schlechter geht.


Wie schaffen wir es also, dass selbst in diesen Phasen die Welt nicht völlig an Farbe verliert? Und wie können wir lernen, in schwierigen Zeiten hoffnungsvoll und optimistisch zu bleiben?


Eine Person, die mir sehr viel bedeutet, hat mir einmal eine Frage gestellt, die ich nie vergessen habe: „Wenn du nicht traurig sein darfst, weil es Menschen auf der Welt gibt, die es schlimmer haben, darfst du dann auch nicht glücklich sein, weil es Menschen gibt, die es besser haben?“ Dieser Gedanke hat mir gezeigt: Gefühle brauchen keine Rechtfertigung. Wenn wir glücklich sind, hinterfragen wir unser Empfinden nicht. Warum also sollten wir das tun, wenn wir traurig sind?


Im Buddhismus gibt es dazu das sogenannte Zwei-Pfeile-Gleichnis. Der erste Pfeil steht für das unvermeidliche Leid – eine schwierige Situation, die uns schmerzt. Den zweiten Pfeil schießen wir uns selbst ins Herz, wenn wir uns weigern, die Situation zu akzeptieren – oder wenn wir anfangen, uns für unsere Gefühle zu verurteilen und uns einzureden, dass wir nicht traurig sein dürfen. Den ersten Pfeil können wir nicht vermeiden, den zweiten aber schon. Indem wir lernen, unsere Gefühle anzunehmen, nehmen wir uns selbst ein großes Stück zusätzlichen Leids.


Akzeptanz bedeutet also nicht, alles gutheißen zu müssen. Es bedeutet vielmehr, sich selbst zu erlauben, zu fühlen – und damit ein Stück leichter durchs Dunkel zu gehen.


Stell dir mal vor, einer Person, die dir wichtig ist, geht es nicht gut. Du würdest diese Person wahrscheinlich unterstützen und ihr helfen wollen. Du würdest wollen, dass sie mit dir redet. Aber wenn es um uns selbst geht fällt es uns oftmals schwer, die Hilfe anderer Personen in Anspruch zu nehmen oder uns zu öffnen. Wir machen uns Sorgen, dass wir sie mit unseren eigenen Problemen zusätzlich belasten oder haben Angst davor, dass sich deren Meinung über uns ändert. Doch in Wahrheit bewirken wir meist das Gegenteil: Wenn wir uns abkapseln, machen sich die Menschen, die uns lieben, noch mehr Sorgen. Nähe entsteht nicht, wenn wir alles für uns behalten – sie entsteht, wenn wir uns zeigen. .


Du musst schwere Zeiten nicht alleine durchstehen. Freundschaften und Beziehungen gewinnen gerade in Krisen an Tiefe. Sie geben uns die Möglichkeit, einander auf einer ganz neuen Ebene kennenzulernen. Vertrauen wächst dort, wo wir ehrlich sind.


Ebenfalls kann es dir in Krisen helfen, wenn du dich ganz bewusst mit den Dingen befasst, die dir Freude bereiten. Plane dir konkrete Zeiten in deinem Alltag ein, in denen du einfach nur das machst, was dir Freude bereitet. Wo du für einen kurzen Moment alles vergessen kannst und dir bewusst machen kannst, dass es trotz allem noch schöne Zeiten im Leben gibt. Was genau das ist kannst du für dich entscheiden. Dem einen hilft vielleicht ein Spaziergang in der Natur, jemand anderem das Lesen eines Buchs oder ein entspannendes Bad. Es muss nichts großartiges sein – Hauptsache, es macht dich glücklich. Und je einfacher desto besser damit das, was du machen möchtest, nicht auch noch mit Aufwand verbunden ist.


Und zuletzt: Vergiss nicht, dass wirklich alles irgendwann ein Ende nimmt. Denke zurück – es gab in deiner Vergangenheit schon Phasen, die unendlich schienen und die du trotzdem überstanden hast. Jede Krise formt uns, lehrt uns etwas und schenkt uns die Fähigkeit, die hellen Zeiten umso mehr zu schätzen.

Alles geht vorbei. Auch das. So wie am Ende eines Tunnels wieder Licht wartet, wartet auch nach dunklen Zeiten wieder ein neuer Anfang.











 
 
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