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Wenn ein Tag nicht genug ist: Wie du Stress reduzierst und mehr Leichtigkeit findest

  • Autorenbild: Jannik Bärmann
    Jannik Bärmann
  • 6. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Dez. 2025

Stell dir vor, ein Tag hätte 25 statt nur 24 Stunden. Wie würdest du die zusätzliche Zeit nutzen?


Viele von uns kennen das Gefühl, dass ein Tag einfach nicht lang genug ist. Man arbeitet, man erledigt Aufgabe um Aufgabe – und trotzdem schaut man abends auf die To-Do-Liste und sieht noch immer offene Punkte. Und am nächsten Tag kommen nicht nur neue Dinge dazu, sondern auch die, die man gestern nicht geschafft hat. Die Liste wächst, der Druck steigt – und plötzlich hat man das Gefühl, ständig hinterherzulaufen. Genau daraus entsteht Stress.


Stress ist in den letzten Jahren zu einem Dauerthema geworden – und leider nicht ohne Grund. Dauerstress wirkt wie ein langsames Gift: erhöhter Blutdruck, Verspannungen, Schlafprobleme, ein schwächeres Immunsystem, Stimmungstiefs, Gereiztheit, Konzentrationsschwierigkeiten und auf lange Sicht sogar ein erhöhtes Risiko für Depressionen oder Burnout. Die Liste ließe sich endlos fortführen. Klar ist: Stress kann jede Ebene unseres Lebens beeinflussen.


Umso wichtiger ist es, einen gesunden Umgang mit stressigen Phasen zu entwickeln – oder sie im besten Fall gar nicht erst entstehen zu lassen. Ich kann dir zwar keine 25-Stunden-Tage schenken, aber ich kann dir ein paar praktische Tipps mitgeben, wie du Stress im Alltag reduzieren und gelassener mit Herausforderungen umgehen kannst.


Stress entsteht meist dann, wenn wir das Gefühl haben, zu wenig Zeit für zu viele Aufgaben zu haben. Gleichzeitig vernachlässigen wir in solchen Phasen unsere Erholung – wir fühlen uns ausgelaugt und gleichzeitig, als würden wir nicht genug leisten. Dieser innere Widerspruch erzeugt enormen Druck und führt oft zu Unzufriedenheit mit uns selbst.


To-Do-Listen sind grundsätzlich eine gute Möglichkeit, den Überblick zu behalten und sicherzustellen, dass nichts vergessen wird. Aber viele Menschen nutzen sie nicht optimal.

Schreibt man einfach nur alles auf, wirkt die Liste schnell wie ein riesiger Berg, den man niemals bewältigen kann. Man hat das Gefühl, alles gleichzeitig erledigen zu müssen.

Hilfreicher ist es, die Liste weiter auszuarbeiten: Priorisieren und Struktur hineinbringen. Eine Methode, die dabei sehr gut funktioniert, ist das Eisenhower-Prinzip. Dabei sortierst du deine Aufgaben nach zwei Kriterien – Dringlichkeit und Wichtigkeit – und erhältst vier Kategorien:


  1. Wichtig und dringend: Dinge, die sofort erledigt werden müssen (z.B. eine Präsentation, die bis morgen fertig sein muss).

  2. Wichtig, aber nicht dringend: Aufgaben mit Bedeutung, aber ohne unmittelbare Frist (z.B. Steuererklärung im Januar).

  3. Nicht wichtig, aber dringend: Aufgaben, die zwar erledigt werden müssen, aber keinen großen Mehrwert haben (z.B. Rücksendungen von Klamotten die nicht passen).

  4. Weder wichtig noch dringend: Aufgaben, die oft warten können (z.B. Fenster putzen).


Auf dieser Grundlage kannst du dir anschließend einen konkreten Zeitplan erstellen. So stellst du sicher, dass du alles fristgerecht erledigst – ohne das Gefühl, permanent unter Druck zu stehen.


Eine weitere Methode, wie du Stress teilweise vorbeugen kannst, ist die „2-Minuten-Regel“, die aus der „Getting Things Done“ Methode von David Allen stammt. Die Kernidee ist, dass du Dinge, die du in weniger als zwei Minuten erledigen kannst, sofort machen sollst anstatt sie auf deine To-Do-Liste zu setzen. Wenn du Kleinigkeiten immer weiter nach hinten verschiebst anstatt sie sofort zu tun häufen diese sich an. Anstatt dass du eine Aufgabe hast, die sofort in unter 2 Minuten erledigt werden könnte, hast du auf einmal 10 Punkte, die durch ihre Masse nicht nur Stress auslösen, sondern deren Zeitaufwand sich aufaddiert – statt 2 Minuten benötigst du plötzlich eine halbe Stunde um alles zu erledigen, wodurch man die Dinge noch weiter in die Zukunft verschiebt weil man die Zeit nicht findet. Dies resultiert schnell in einem Teufelskreis. Erledige kleine To-Dos also lieber gleich, bevor sie zu einer großen Liste anwachsen.


Ebenso kannst du versuchen, Aufgaben, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, wie zum Beispiel das Putzen der Wohnung, in kleinere Einheiten aufzuteilen. Diese kannst du dann in Angriff nehmen, wenn du mal kurz unerwartet eine Lücke hast. Wenn du zum Beispiel eine Verabredung, aber davor noch 20 Minuten Zeit hast, könntest du damit anfangen, den Abwasch zu machen oder Staub zu saugen. Du wirst mit dem Großputz zwar nicht fertig werden, hast aber schon einen Teil davon erledigen können. Auch hier gilt: die Summe dieser kleinen Einheiten resultiert in einer großen Zeitersparnis.


Und zuletzt: plane dir bewusst Pausen ein. Wenn du eine strukturierte To-Do-Liste erstellst dürfen Punkte wie „Erholung“, „Sport“, „Meditation“ oder „Lesen“ nicht fehlen. Priorisiere und strukturiere deine Auszeiten genauso wie deine Aufgaben – denn sie sind mindestens genauso wichtig.


Stress verschwindet nicht über Nacht. Aber jeder kleine Schritt hin zu mehr Struktur, Klarheit und Selbstfürsorge verändert dein Gefühl für den Tag. Gib dir selbst die Erlaubnis, es leichter haben zu dürfen. Du musst nicht mehr schaffen – du darfst einfach besser für dich sorgen.

 
 
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