Dankbarkeit – der Schlüssel zu einem glücklichen Leben
- Jannik Bärmann
- 20. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Vor ein paar Jahren hatte ich ein Gespräch mit meinem damaligen Chef, das mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Er erzählte mir von einem Seminar für Führungskräfte, das er vor kurzem besucht hatte. Ein Teil dieses Seminars drehte sich darum, sich selbst besser kennenzulernen. Dabei bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Aufgabe, herauszufinden, welche persönlichen Werte ihnen im Leben am wichtigsten sind.
Dazu erhielten sie eine lange Liste mit verschiedenen Eigenschaften und Begriffen. Die Aufgabe war, aus dieser Liste Schritt für Schritt diejenigen Begriffe herauszufiltern, mit denen man sich am meisten identifiziert – solange, bis am Ende nur noch ein einziger übrig bleibt.
Da ich mir diese Frage bis dahin noch nie bewusst gestellt hatte und die Methode spannend fand, stellte mir mein Chef die Liste zur Verfügung. So konnte ich mich selbst einmal damit auseinandersetzen. Auf dem Blatt standen Begriffe wie „Erfolg“, „Gesundheit“, „Beziehung“, „Reichtum“ oder „Religion“. Aber auch Werte wie „Ehrlichkeit“, „Treue“ oder „Vertrauen“ waren darauf zu finden.
Am Anfang fiel es mir noch leicht, einige Punkte zu streichen – die, die für mein Leben keine oder nur eine geringe Bedeutung hatten. Doch je kürzer die Liste wurde, desto schwieriger wurde es für mich Entscheidungen zu treffen. Was wiegt schwerer? Gesundheit oder starke Freundschaften? Mut oder Offenheit? Immer wieder saß ich vor den verbliebenen Werten und brauchte lange, um mich festzulegen. Besonders, als am Ende nur noch etwa zehn Begriffe übrig waren, wurde es richtig knifflig.
Schließlich kam ich zum Ende dieser kleinen, aber intensiven Reise. Und tatsächlich stand am Schluss nur noch ein einziges Wort auf dem Blatt: Dankbarkeit.
Mit der Zeit habe ich verstanden, warum genau dieser Begriff übrig blieb. Ich habe erkannt, dass keiner der anderen Werte für mich wirklich Gewicht hat, wenn ich nicht dankbar dafür bin und ihn bewusst zu schätzen weiß.
Wenn ich zum Beispiel zwar gesund bin, mir dem aber nicht bewusst bin und es für selbstverständlich erachte, werde ich meine Gesundheit erst dann schätzen, wenn ich krank bin.
Dankbarkeit führt unweigerlich zu mehr Glück im Leben. Indem wir uns bewusst machen, was wir haben und dies schätzen, anstatt uns nur auf das zu konzentrieren, was uns fehlt oder gerade nicht gut läuft, können wir mehr Erfüllung empfinden.
Man könnte sagen: Dankbarkeit ist wie ein Gewürz. Selbst einfache Dinge im Leben bekommen dadurch plötzlich mehr Tiefe und Geschmack.
Wie also können wir mehr Dankbarkeit in unseren Alltag integrieren?
Der wichtigste Schlüssel dazu ist Achtsamkeit. Nur wenn wir die Dinge bewusst wahrnehmen, können wir dafür dankbar sein. Hilfreich ist hier beispielsweise ein kleines Journal, für das du dir jeden Abend vor dem schlafen gehen 10 Minuten Zeit nimmst um drei Dinge aufzuschreiben, für die du heute dankbar warst. Es muss nichts Großartiges sein. Im Gegenteil – je kleiner und je selbstverständlicher desto besser. Denn dies zeigt dass du wirklich achtsam warst. Mit der Zeit wirst du merken, dass du aufmerksamer durch den Tag gehst. Du wirst bewusster die Momente in deinem Alltag wahrnehmen, für die du dankbar sein kannst. Und gleichzeitig werden die Momente, die bei dir negative Gefühle auslösen, weniger, da du dich nicht mehr darauf konzentrierst.
Ebenfalls kann es dir helfen, wenn du dich an eine Zeit erinnerst, in der du etwas, das für dich selbstverständlich ist, nicht hattest. Die größte Dankbarkeit dafür, dass ich Sport machen kann, habe ich immer dann empfunden, wenn ich nach einer Verletzung wieder anfangen konnte zu trainieren. Oder wenn wir erkältet sind und nicht durch die Nase atmen können: erst zu diesem Zeitpunkt wird uns bewusst wie schön es ist frei atmen zu können. Je länger dieser Verzicht allerdings in der Vergangenheit liegt, desto mehr gerät er in Vergessenheit.
In den letzten Jahren hat Dankbarkeit im Leben einen sehr großen Stellenwert bekommen. So groß, dass ich mir ein Symbol dafür auf meinen Arm tätowieren ließ – als tägliche Erinnerung daran, dass es immer etwas gibt, wofür ich dankbar sein kann. Es erinnert mich daran, den Blick auf das Positive zu richten, statt im Negativen hängen zu bleiben.
Vielleicht ist es anfangs ungewohnt, den Blick bewusst auf das zu richten, was wir schon haben, statt ständig dem nachzujagen, was uns vermeintlich noch fehlt. Doch genau darin liegt die Kraft der Dankbarkeit. Sie verändert nicht die äußeren Umstände – sie verändert unsere Sicht auf sie.
Wenn wir Dankbarkeit in unser Leben lassen, beginnen wir, das Wertvolle im Alltäglichen zu sehen. Wir spüren, dass Glück nicht irgendwo in einer fernen Zukunft auf uns wartet, sondern schon heute in den kleinen Momenten steckt.
Frag dich doch gleich heute Abend: Wofür bin ich in diesem Moment dankbar? Die Antwort darauf könnte der erste Schritt zu einem glücklicheren Leben sein.


