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Zwischen Wünschen und Zielen: Wie du deinen eigenen Weg im Leben findest

  • Autorenbild: Jannik Bärmann
    Jannik Bärmann
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Unsere persönlichen Ziele und Wünsche spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung unseres Lebens. So individuell wie jeder Mensch ist, so einzigartig sind auch seine Beweggründe, Träume und Motivationen. Jeder von uns strebt nach etwas anderem – und genau das ist das Schöne daran: Es gibt kein Richtig oder Falsch, wenn es darum geht, wie du dein Leben gestalten möchtest.


Wichtig ist nur, dass du deine eigenen Ziele kennst. Und noch viel wichtiger: dass du weißt, warum diese Ziele für dich bedeutsam sind.


Nimm dir an dieser Stelle einen Moment Zeit und stelle dir selbst ein paar Fragen:

Was erhoffst du dir von deinem Leben?

Was sind deine Ziele und Wünsche?

Was bedeutet für dich ein glückliches und erfülltes Leben?


Früher oder später wirst du dich mit diesen Fragen auseinandersetzen müssen – bewusst oder unbewusst.


Das Leben besteht aus vielen unterschiedlichen Phasen. In den ersten Jahren sind wir stark auf unsere Eltern angewiesen. Sie geben uns vor, was wir tun sollen, wie wir unser Leben führen und welche Regeln wir befolgen sollen.


Im Jugendalter beginnen wir erstmals, diese Vorgaben zu hinterfragen. Es kommt zu Meinungsverschiedenheiten, wir lehnen uns vielleicht auf, weil unsere eigenen Vorstellungen nicht mit denen unserer Eltern übereinstimmen. In dieser Phase beginnen wir, uns selbst kennenzulernen. Die Pläne, die unsere Eltern für uns vorgesehen haben, widersprechen oft den Wünschen, die wir in dieser Zeit entwickeln.


Allerdings fällt es uns oft schwer zu unterscheiden, welche Gedanken realistisch sind und welche eher Wunschvorstellungen bleiben. Unser kindliches Denken vermischt sich mit unseren Vorstellungen vom Erwachsenwerden. Und trotzdem ist genau diese Phase der erste Schritt in ein eigenes, selbstbestimmtes Leben.


Mit der Volljährigkeit beginnen wir zunehmend, unser Leben selbst zu gestalten. Anstelle der bestimmenden Rolle, die unsere Eltern bis dahin eingenommen haben, werden sie mehr zu Ratgebern. Für beide Seiten ist dies ein schwieriger Schritt: Eltern müssen lernen, dass ihre Kinder erwachsen sind und eigene Erfahrungen machen müssen. Und die Kinder selbst müssen lernen, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Während unsere Eltern im Kindesalter allwissend erscheinen, beginnen wir im Erwachsenenalter, ihre Überzeugungen kritisch zu hinterfragen.


Vor allem das Alter zwischen 20 und 30 ist für viele Menschen eine entscheidende Phase der Selbstfindung. Die meisten starten in dieser Zeit ins Berufsleben, ziehen von zu Hause aus und beginnen, ihr eigenes Leben aktiv zu gestalten. Mit dem ersten Gehalt entstehen erste Vorstellungen davon, wie die Zukunft aussehen könnte. Gleichzeitig wird uns bewusst, wie frei wir im Leben wirklich sind – und dass jede Entscheidung Konsequenzen hat, für die wir Verantwortung tragen müssen.


Gerade diese Altersspanne ist für sehr viele von uns keine einfache Zeit. Wir hinterfragen die Vorstellungen – oder vielleicht sogar Erwartungen – die sowohl unsere Eltern als auch unser Umfeld und unsere Gesellschaft an uns stellen –, obwohl wir uns selbst noch nicht im Klaren sind, was wir stattdessen wollen. Wir spüren vielleicht, dass das, was andere Personen unter einem erfüllten und glücklichen Leben verstehen, nicht mit uns resoniert – und fühlen uns so, als ob etwas mit uns nicht stimmt.


Das Wichtigste in dieser Zeit ist, dass man sich Zeit lässt. Zeit, um sich selbst besser kennenzulernen und sich mit sich auseinanderzusetzen. Anstatt sich in den unpassenden Schuh des Lebens zu zwängen, den andere Menschen einem empfehlen, ist es wichtig, auch mal andere Schuhe anzuprobieren, die vielleicht nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, sich aber besser und „passender“ anfühlen. Man kann diesen Weg jederzeit verlassen und einen neuen ausprobieren. Irgendwann wird einer dabei sein, der sich „richtig“ anfühlt.


Ebenfalls wichtig ist in dieser Phase die Abgrenzung zwischen Zielen und Wünschen. Bei Wünschen hoffen wir oft, dass sie von selbst in Erfüllung gehen. Dass wir eines Tages aufwachen und unser Traum plötzlich Realität ist.


An Ziele hingegen arbeiten wir aktiv. Wir investieren Zeit und Energie, schmieden Pläne und machen uns Gedanken, wie wir unser Ziel erreichen können.

Während ein Wunsch eher ein inneres Bild der Zukunft ist, wird ein Ziel ein bewusster Schritt auf diesem Weg.


Da die Menge an Zeit und Energie, die wir zur Verfügung haben, begrenzt ist, ist es wichtig, dass du dir darüber Gedanken machst, welche Wünsche es sich tatsächlich lohnt zu Zielen zu machen. Setzt du dir zu viele Ziele gleichzeitig, ist es wahrscheinlich, dass du dich irgendwann überfordert fühlst und wieder aufgibst – weil du keines davon konsequent verfolgen kannst.


Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die für immer beim Wünschen bleiben – weil sie nie gelernt haben daraus ein klares Ziel zu formulieren. Oder auch weil ihnen das Selbstbewusstsein fehlt.


In beiden Fällen ist das kein persönliches Versagen – sondern ein Zeichen dafür, dass Orientierung und Struktur fehlen. Genau an diesem Punkt kann Coaching ein wertvoller Begleiter sein.


Wir schauen uns an, welche Wünsche du hast, finden heraus, was dir wirklich wichtig ist und erarbeiten gemeinsam einen Plan, wie du aus diesem Wunsch ein konkretes und erreichbares Ziel machen kannst.


Anfangen kannst du aber schon mal mit folgender Übung: Nimm dir einen Moment Zeit und schreibe dir drei Wünsche auf, die dir gerade besonders wichtig erscheinen. Frage dich anschließend: Welcher dieser Wünsche ist es wert, zu einem Ziel zu werden – und was wäre ein erster kleiner Schritt?


Diese kleine Übung kann ein erster Impuls sein, dich bewusst mit deinem eigenen Weg auseinanderzusetzen.


Selbstfindung bedeutet nicht, sofort alle Antworten zu haben. Es bedeutet, den Mut zu haben, Fragen zu stellen, neue Wege auszuprobieren und Schritt für Schritt aus Wünschen konkrete Ziele zu formen. Dein Leben muss nicht dem Weg anderer entsprechen. Es darf dein eigener Weg sein – mit deinen eigenen Schuhen.

 
 
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