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Kommunikation verstehen – Klarer sprechen, bewusster zuhören

  • Autorenbild: Jannik Bärmann
    Jannik Bärmann
  • 28. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Stell dir vor, ein einziges unbedachtes Wort verändert eine Beziehung – oder ein ehrliches Gespräch bringt euch näher als je zuvor.


Unsere Worte haben eine unglaubliche Macht. Sie können bei unserem Gegenüber die schönsten Gefühle und Erinnerungen auslösen, aber gleichzeitig auch für Tränen sorgen, wenn wir unachtsam mit unserer Sprache umgehen.


Ein Großteil unserer Alltagskonflikte wird durch Missverständnisse ausgelöst. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass viele dieser Konflikte durch eine bewusste und klare Kommunikation vermieden werden können. Dazu gehören nicht nur die Wörter, mit denen wir uns ausdrücken, sondern auch unsere nonverbale Sprache: Mimik, Gestik und unsere Körperhaltung. Denn wie der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick treffend formulierte: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“


In diesem Artikel möchte ich näher darauf eingehen, was eine gute und offene Kommunikation ausmacht, warum sie eine so große Rolle in unserem Alltag spielt und wie sie den Umgang mit unseren Mitmenschen erleichtern kann.


Vorab sei gesagt: Zum Thema Kommunikation gibt es unzählige Bücher und Modelle. Es ist ein sehr umfangreiches Feld, weshalb ein Blogartikel bei Weitem nicht ausreicht, um in die Tiefe zu gehen. Vielmehr soll dieser Text eine kleine Einleitung in das Thema darstellen.


Jede Beziehung, die wir mit unseren Mitmenschen führen, basiert auf Kommunikation. Dementsprechend wichtig ist es, möglichst achtsam zu kommunizieren – sowohl, um Missverständnisse zu vermeiden, als auch, um unsere Mitmenschen nicht ungewollt zu verletzen. Die Art, wie wir kommunizieren, steht in direktem Zusammenhang mit unserer Lebenszufriedenheit. Achten wir darauf, uns klar auszudrücken, können wir unnötige Konflikte vermeiden. Das spart uns viele Nerven und emotionale Energie.


Ein spannendes Modell, auf das ich an dieser Stelle näher eingehen möchte, ist das 4-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun. Dieses besagt, dass jede Nachricht vier verschiedene Botschaften enthält: einen Sachinhalt (also Fakten), eine Selbstoffenbarung (was ich von mir preisgebe), einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte) und einen Appell (was ich von dir erwarte).


Nehmen wir zum Beispiel den Satz: „Es ist kalt hier.“ Diese Aussage kann auf unterschiedliche Weise verstanden werden. Auf der Sachebene bedeutet der Satz schlicht, dass die Temperatur niedrig ist. Auf der Ebene der Selbstoffenbarung kann er ausdrücken: „Mir ist kalt.“ Auf der Beziehungsebene könnte die Botschaft lauten: „Du sorgst nicht dafür, dass es hier angenehm warm ist.“ Und auf der Appellebene kann der Satz als Aufforderung verstanden werden, das Fenster zu schließen oder die Heizung aufzudrehen.


Dieses Beispiel soll zeigen, dass ein einziger Satz eine Vielzahl von Bedeutungen haben kann – je nachdem, auf welcher Ebene Sender und Empfänger die Botschaft wahrnehmen. Befinden sich beide auf unterschiedlichen Ebenen, kann es schnell zu Missverständnissen kommen, die in Konflikte ausarten. Aus diesem Grund ist es nicht nur wichtig, sich klar und deutlich auszudrücken, sondern auch aktiv und aufmerksam zuzuhören.


Stilistische Mittel wie Sarkasmus oder Ironie sollten deshalb nur mit Vorsicht verwendet werden. Wenn unser Gegenüber uns nicht gut kennt und wir treffen Aussagen, die eventuell nur humorvoll gemeint sind, kann dies dazu führen, dass diese falsch aufgenommen oder missverstanden werden.

Ironische Aussagen wie „Na toll gemacht“ können je nach Tonfall entweder humorvoll oder stark abwertend wirken.


Doch nicht nur was wir sagen, spielt bei der Kommunikation eine Rolle, sondern vor allem auch wie wir etwas sagen. Eine der Besonderheiten des Menschen ist die Fähigkeit, sich über komplexe Sprache auszudrücken. Dennoch spielt die nonverbale Kommunikation eine zentrale Rolle. Dazu gehören Mimik, Gestik, Tonfall und vor allem unsere Körperhaltung.


Diese Signale transportieren oft eine ehrliche und authentische Botschaft. Ein bekanntes Sprichwort bringt es auf den Punkt: Eine Geste sagt mehr als tausend Worte. Während Worte bewusst gewählt und manchmal auch manipuliert werden können, ist unsere Körpersprache oft schwerer bewusst zu kontrollieren.


Kompliziert wird es, wenn das, was wir sagen, nicht mit der Art und Weise übereinstimmt, wie wir es sagen. Wenn ein Kind beispielsweise eine schlechte Note mit nach Hause bringt und seine Mutter es dafür kritisiert, dabei aber lächelt, sorgt dies nicht nur für Verwirrung, sondern kann das Kind tief verunsichern und langfristig sein Selbstbild beeinflussen. Wirklich stimmige Kommunikation entsteht erst dann, wenn Worte, Tonfall und Körpersprache im Einklang sind.


Ebenfalls schwierig kann es werden, wenn wir einer anderen Person ein Feedback geben oder sie kritisieren müssen. Solche Aussagen können schnell falsch oder auf einer emotionalen anstatt einer sachlichen Ebene interpretiert werden, wenn sie unvorsichtig formuliert sind. Wichtig ist hier, dass man mit sogenannten Ich-Botschaften arbeitet.


Anstatt unserem Gegenüber Fakten vorzulegen, die schnell anklagend wirken, können wir ihm nahe legen, wie wir sein Verhalten oder seine Aussage aufgefasst haben. Beispielsweise können wir sagen, dass wir das Gefühl haben, dass unser Partner oder unsere Partnerin derzeit sehr wenig Zeit mit uns verbringt und uns das beschäftigt oder belastet. Das wirkt deutlich weniger anklagend, als zu sagen, er oder sie sei ständig unterwegs.


Anklagen können sehr schnell in einer direkten Konfrontation enden oder dazu führen, dass unser Gegenüber das Gefühl bekommt, er oder sie müsse sich verteidigen oder rechtfertigen.


Wie bereits zu Beginn beschrieben, ist Kommunikation ein Thema, das sehr umfangreich, gleichzeitig aber auch enorm wichtig für unseren Umgang mit unseren Mitmenschen ist. Ich hoffe, dass dir dieser Artikel das ein wenig näher bringen konnte.


Gute Kommunikation bedeutet nicht, immer die richtigen Worte zu finden, sondern ehrlich, achtsam und respektvoll zu bleiben. Gerade in emotionalen Situationen kann das den entscheidenden Unterschied machen.


Wenn du zurückdenkst: Welche Gespräche würdest du heute anders führen, wenn du dir deiner Worte bewusster wärst?


 
 
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