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Was dein Traumberuf als Kind über deinen heutigen Weg verrät

  • Autorenbild: Jannik Bärmann
    Jannik Bärmann
  • 21. März
  • 4 Min. Lesezeit

Kannst du dich noch daran erinnern, was dein erster Traumberuf als Kind war? Und weißt du noch, warum es genau dieser Beruf war, der dich damals so fasziniert hat? Inwieweit hängt dein damaliger Wunsch mit deinem heutigen Job zusammen?


Unsere kindlichen Vorstellungen von einem Beruf stimmen in den wenigsten Fällen mit der Realität des Arbeitslebens überein. Worüber sie jedoch eine sehr genaue Auskunft geben, sind die Themen, die uns faszinieren, was uns Freude bereitet und wo wir uns selbst in der Zukunft sehen. Diese Vorstellungen spiegeln ehrliche und authentische Wünsche wider – Vorstellungen davon, wie wir unser späteres Leben gestalten möchten, bevor sie durch Erwartungen von außen beeinflusst oder verfälscht werden.


Gerade deshalb sind die einleitenden Fragen so spannend, wenn es darum geht, einen Beruf zu finden, der uns auch im Erwachsenenalter erfüllt.


Wer kennt es nicht: Der Schulabschluss rückt immer näher – und damit auch die Frage, wie es danach weitergeht. Vielleicht hat man in den Jahren zuvor das ein oder andere Praktikum gemacht. Doch diejenigen, die dadurch bereits genau wissen, in welche Richtung ihre berufliche Laufbahn gehen soll, bilden eher die Ausnahme.


Wir bekommen Einblicke in das Arbeitsleben unserer Eltern, Verwandten oder Bekannten. Man hört Geschichten aus dem Büro, aus dem Handwerk oder von der Selbstständigkeit. Doch auch diese Einblicke führen selten dazu, dass wir uns wirklich für einen bestimmten Beruf begeistern.


Die Entscheidung darüber, was wir nach der Schulzeit machen wollen und welchen beruflichen Weg wir einschlagen, basiert deshalb häufig nur auf Vorstellungen und Erfahrungsberichten anderer Menschen. Wir entscheiden uns also für etwas, das wir selbst oft noch gar nicht wirklich erlebt haben.


Dementsprechend unwahrscheinlich ist es, dass wir gleich beim ersten Versuch genau das finden, was uns Spaß macht. Trotzdem empfinden viele von uns den Druck, eine begonnene Ausbildung oder ein Studium unbedingt durchziehen zu müssen und anschließend auch in diesem Bereich zu arbeiten.


Das Ergebnis ist in vielen Fällen ein Beruf, der uns keinen Spaß macht und der uns keine echte Erfüllung bringt.


Doch muss ein Beruf das überhaupt leisten? Oder ist er am Ende nur ein Mittel zum Zweck – nämlich um unsere Freizeit so gestalten zu können, wie wir es möchten?


Die meisten von uns verbringen einen großen Teil ihres Lebens bei der Arbeit. Wenn wir Vollzeit arbeiten, bedeutet das in der Regel fünf Tage pro Woche mit jeweils acht Stunden am Tag. Eine beachtliche Zeit. Unsere Freizeit beschränkt sich also häufig auf zwei Tage pro Woche oder unseren Urlaub.


Ein Beruf, der uns nicht erfüllt und keinen Spaß macht, hat jedoch oft zur Folge, dass wir selbst diese freie Zeit nicht wirklich genießen können. Es kostet sehr viel Kraft und Energie, Tag für Tag etwas zu tun, gegen das wir uns innerlich sträuben. Energie, die uns dann in unserer Freizeit fehlt.


Im Verhältnis gesehen überwiegt also die Zeit, die wir bei der Arbeit verbringen, deutlich gegenüber der Zeit, die wir frei gestalten können.


Es gibt Berufe, die ein besonders gutes Gehalt versprechen und deshalb sehr attraktiv wirken. Das Geld bietet die Möglichkeit, unsere Freizeit intensiver zu gestalten und dient häufig als Rechtfertigung dafür, warum wir in einem Beruf bleiben, der sich eigentlich nicht richtig anfühlt.


Doch wenn ich einem Beruf nachgehen würde, der mir wirklich Spaß macht und der mit Vorfreude statt mit Sorgen verbunden ist – hätte ich dann überhaupt noch das Bedürfnis, meine Freizeit so exzessiv zu gestalten?


Ich glaube nicht.


Denn wenn unser Alltag bereits Zufriedenheit bringt und wir jeden Tag etwas tun, das uns erfüllt, verlieren viele Dinge, die nur kurzfristiges Glück versprechen, automatisch an Bedeutung.


Sicherheit ist das zweite Argument, warum viele von uns in Berufen verweilen, die keine echte Erfüllung versprechen.


Wir wissen, was uns jeden Tag erwartet. Und auch wenn dieses Wissen nicht unbedingt positive Gefühle hervorruft, bietet es etwas anderes: Kontrolle.


Würden wir das Gewohnte aufgeben und stattdessen dem nachgehen, wovon wir uns mehr Glück versprechen, entsteht automatisch Unsicherheit. Niemand kann garantieren, dass diese Entscheidung tatsächlich zu mehr Zufriedenheit führt. Vielleicht wird die Situation sogar noch schwieriger.


Also bleiben wir lieber in unserer jetzigen Lage.


Wenn du jedoch ganz genau wissen würdest, dass ein Berufswechsel dich glücklicher machen würde – würdest du vermutlich nicht einmal mit der Wimper zucken, um diese Entscheidung zu treffen.


Für viele von uns steht Sicherheit deshalb über dem eigenen Glück. Wir klammern uns an das Gefühl von Kontrolle und hoffen, dass uns diese Stabilität langfristig zufrieden macht.

Doch genau darin liegt eine Illusion.


Echtes und langfristiges Glück entsteht selten innerhalb der Komfortzone. Es erfordert den Mut, Gewohntes zu hinterfragen und Risiken einzugehen – auch wenn das bedeutet, einen Teil der bisherigen Sicherheit aufzugeben.


Bei jedem von uns kommt irgendwann der Punkt, an dem wir uns fragen:

Ist das wirklich das Leben, das ich mir vorgestellt habe?


Und obwohl diese Frage unbequem sein kann, sind solche Zweifel nichts Negatives. Im Gegenteil: Oft markieren sie den Beginn eines neuen Lebensabschnitts.


Wenn du an dem Punkt bist, an dem du den Mut aufbringst, diese Frage ehrlich zu beantworten, hast du den ersten Schritt bereits getan. Entweder erkennst du, dass du mit deinem jetzigen Leben zufrieden bist – oder du gestehst dir ein, dass sich in deinem Inneren etwas nach Veränderung sehnt.


Die Wahl eines Berufs nach der Schule fühlt sich häufig wie eine Entscheidung an, die unser gesamtes Leben bestimmt. Genau dieser Gedanke erzeugt so viel Druck.

Doch in Wirklichkeit ist kaum eine Entscheidung endgültig.


Du hast immer wieder die Möglichkeit, deinen Weg neu auszurichten. Alte Wege zu verlassen. Neue Wege auszuprobieren. Jeder neue Schritt gibt dir die Chance, mehr über dich selbst zu lernen – über deine Stärken, deine Interessen und darüber, was dich wirklich erfüllt.


Am Ende führt nicht die perfekte Entscheidung zu einem erfüllten Leben, sondern die Bereitschaft, sich selbst immer besser kennenzulernen und den eigenen Weg immer wieder neu zu gestalten.


Und vielleicht helfen dir die Fragen vom Anfang dieses Artikels bereits dabei, den ersten Schritt in diese Richtung zu machen.


 
 
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